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Mein Innerer Arzt – Erfahrungsbericht bei Agoraphobie

Dem  Mentaltraining „Mein Innerer Arzt“ liegt ein Fragebogen bei, wo man die Ausgangssituation und auch die sich im Laufe der Zeit ergebenden Veränderungen festhalten kann. Das geht alleine und natürlich auch zusammen mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten. Hier ist ein Beispiel dafür;

 

Ulla aus Belgien, Anwendungsbeobachtung über 18 Wochen

ich bin…

172 cm groß, Gewicht 59 kg (das ist bei mir normales Gewicht, ich schon immer ein Fliegengewicht und kann essen, was ich will). Ich habe nur einen Hausarzt, Dr. A. J.

Körperlicher Zustand:
gelegentlich Kopfschmerzen, gelegentlich Gedächtnisprobleme, oft Konzentrationsschwierigkeiten, Sehstörungen manchmal, gelegentlich Unwohlsein, regelmäßig erschöpft,
keine Ausdauer, gelegentlich Schlafprobleme, regelmäßig Verspannungen in den Schultern,
gelegentlich im Rücken, manchmal Durchfall, regelmäßige Appetitlosigkeit.

mein Gemütszustand:
Ausgeglichenheit ist gut. Stimmungsschwankungen habe ich regelmäßig alle paar Tage.
Mein Optimismus ist manchmal nicht zu bremsen, ich glaube an das Gute im Menschen und wenn ich dann mal wieder enttäuscht werde, ist er stark gebremst. Bis ich meinen Freund vor 4 Jahren kennengelernt habe, konnte ich nicht nein sagen, er hat es mir beigebracht, jetzt kann ich es.
Geschenke, wenn sie von Herzen kommen, kann ich gut annehmen und mich von Herzen freuen.
Dankbarkeit ist etwas, das ich sehr oft empfinde und auch zum Ausdruck bringe.
Entscheidungen für mich zu treffen fällt mir manchmal sehr schwer. Kompromisse kann ich schließen, auch wenn ich dabei manchmal murre. Auf andere Leute zugehen fällt mir leicht, solange ich nicht zuviel von mir erzählen muß.
Ich habe keine Aggressionen. Ich bin ein sehr mitfühlender und einfühlsamer Mensch.
Meinen Körper im jetzigen Zustand kann ich nicht annehmen, es muß sich noch was ändern.

Mein früherer Therapeut, bei dem ich vor 10 Jahren war, hat das, was ich habe, als Agoraphobie bezeichnet.
Am Schlimmsten sind die Panikattacken.
Im Moment gehe ich nur zur Arbeit, ich putze in einer großen Firma. Dabei geht es mir gut, keine Probleme. Ich gehe nicht einkaufen, da geschlossene Räume für mich der reinste Horror sind.
Menschenmengen gehe ich, wenn möglich, aus dem Weg. Mein Hausarzt macht bei mir Hausbesuche.

Wenn ich weiß, dass ich einen Termin habe, dann baut sich die Panik schon am Morgen, manchmal auch schon Tage vorher, langsam auf. Dann habe ich keinen Hunger mehr, denn der Bauch ist voll mit Panik. Ich bekomme Schweißausbrüche und fange an zu zittern.

Ich möchte versuchen, dass ich durch die CD ruhiger und gelassener werde.
So das war jetzt ein hartes Stück Arbeit, so ehrlich zu sein.

 

nach 6 Wochen:

Es hat sich in der Tat einiges geändert: Der körperliche Zustand ist genau so, wie er war, ich habe nur 3 Kilos weniger. Diese Schwankungen sind normal und bleiben immer in dem Rahmen von 2-4 Kilo.
Ich habe ja angegeben, dass ich meinen Körper nicht annehmen kann, wie er jetzt ist. Vor zwei Wochen habe ich die Weichen gestellt, dass sich etwas ändert. Ich habe mit meinem Hausarzt gesprochen und wir haben die Medikamentendosis erhöht. Ich sollte nämlich endlich mal zum Zahnarzt. Da war ich in den letzten 10 Jahren nämlich nicht und dementsprechend sehen meine Zähne aus. Ich habe aber keine Schmerzen.
Das ist aber das, was mich im Moment dermaßen unter Strom hält, dass ich eigentlich immer angespannt bin. Aber wenn ich dann die CD höre, kann ich gut entspannen. Es ist zwar noch nicht so, dass ich vollkommen entspannt bin, aber das ist für mich normal.
Außerdem habe ich mir vor 2 Tagen einen kleinen Border-Colliewelpen geholt. Dadurch bin ich gezwungen, regelmäßig rauszugehen und ich hoffen, dass es mir hilft.
Noch ein Erfolgserlebnis zum Schluß: ich war im KiK und habe Kleider eingekauft!!!
Und das ist, meiner Meinung nach, der Erfolg der CD. Bevor wir losgefahren sind, habe ich mich ins Schlafzimmer gelegt und habe die CD gehört und dann war ich superentspannt.
Für den Zahnarzt habe ich mir überlegt, ich werde mir die CD auf Cassette runterladen und dann mit Kopfhörer beim Zahnarzt hören. Ich hoffe, dass es mir genau so hilft wie beim einkaufen. So, dass war’s eigentlich, was sich geändert hat. Ich bin sehr froh, dass ich die CD habe.

nach weiteren 12 Wochen:

Hallo Daniela, es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, bis Du meinen Schlussbericht bekommst, aber ich wollte den heutigen Tag unbedingt noch mitnehmen:
Bei uns war ja heute Feiertag in Belgien und da waren mein Freund und ich in Deutschland zum Einkaufen. Und es lief super, ich war nicht nervös im Vorfeld und auch in den Läden ging es toll, nur ein ganz leicht flaues Gefühl in der Magengegend für ca. 1 Minute, das war alles!!!!! Es ist einfach unbeschreiblich!!!! Ich fühle mich so super wohl und entspannt, das ist kaum zu glauben. Ich bin viel ruhiger und ausgeglichener geworden und traue mir auch zu, Angstsituationen durchzustehen.
Jeden Morgen höre ich die CD und wenn es mal etwas härter kommt und viel Stress ist, dann auch tagsüber zwischendurch.
Mein Hausarzt staunt auch schon über meinen kleinen Erfolge.
Nur eines muß ich noch fast jeden Tag machen, ein Mittagsschläfchen. Das kommt aber, so glaube ich, von den Medikamenten, die ich wegen den Panikattacken nehme.
Seit 6 Wochen habe ich keine Migräne mehr gehabt.
Ich habe mir vor 5 Wochen ein Muttermal am Hals entfernen lassen. Das ist eigentlich schon der reinste Horror, wenn ich da still und unbeweglich sitzen muß und nicht weg oder mich bewegen kann, wann ich es will.
Doch mein Hausarzt hat sich genauso gewundert wie ich, dass es so einfach war und ich ganz ruhig und entspannt blieb.

Als Schlußwort kann ich sagen, dass die CD mein Leben positiv verändert hat und ich Dir unendlich dankbar bin, dass Du mich damals angeschrieben hast. Ich bin jetzt auf dem richtigen Weg und werde mich davon auch nicht abbringen lassen.