logo

Hemisphären Synchronisation

Als Doppelorgan besteht das menschliche Gehirn aus zwei identisch aussehenden Hemisphären, welche durch Bündel von Nervensträngen miteinander verbunden sind. Vergleiche über die unterschiedliche Datenverarbeitung beider Gehirnhälften führte in den 60er Jahren Dr. Roger Sperry mit seinen Studenten Michael Gazzaniga und Jerry Levy durch. An chirurgisch voneinander getrennten Gehirnhälften konnten sie deren Denkfähigkeit aufzeigen. Sie stellten fest, dass beide Gehirnhälften unterschiedlich Daten verarbeiten und jedes auf eine vollkommen andere (aber sich ergänzende) Art abspeichern. Beide Denkweisen der Hemisphären sind fundamental verschieden:

linke Gehirnhälfte verwendet Logik

ist detailorientiert

verarbeitet Fakten und Regeln, Worte und Sprache, Gegenwart und Vergangenheit, Mathematik und Naturwissenschaften

kann begreifen, wissend Muster erkennen, für Wahrnehmung zuständing

erkennt Objektnamen, für Strategien verantwortlich

rechte Gehirnhälfte fühlt

orientiert sich am „großen Ganzen“

arbeitet mit Vorstellungskraft, Symbolen und Bildern

Gegenwart und Zukunft

Philosophie & Religion

eine Bedeutung „erfassen“ können

glaubt, schätzt ab, Raumwahrnehmung

erkennt Objektfunktion, phantasiebasierend, zeigt Möglichkeiten auf, ungestüm und risikobereit

Die linke Gehirnhälfte denkt in Worten – die rechte unmittelbar in sensorischen Bildern.

Sie ergänzen sich perfekt, da sich die linke Gehirnhälfte mit Sprache und Logik befasst, während die rechte Hälfte eher eine „intuitive“ Verarbeitung der Daten vornimmt: sie denkt in Bildern anstatt in Worten. So ist es beispielsweise möglich, ein Gesicht unter Tausenden anderer Menschen genau zuzuordnen oder zu puzzeln. Weil die rechte Gehirnhälfte das große Ganze im Blick hat, ist es nützlich zur Verarbeitung von komplexen visuellen Strukturen. Spezialisiert auf genaue Datenverwertung brilliert es linke Gehirn bei logischen Vorgängen, die Punkt für Punkt ablaufen und die Grundlagen für Sprache an sich bilden. Es verarbeitet „seriell“. Steht ein Mensch vor einer nicht-verbalen Aufgabe, dann kommt das rechte Gehirn zum Einsatz. Beim Schreiben eines Satzes übernimmt das linke Gehirn das Kommando. Es verarbeitet „parallel“. Der technische Fortschritt unserer Zivilisation ist auf die Entdeckung der Macht des logischen Denkens zurückzuführen. Uns ist es heute im Gegensatz zu Menschen der Steinzeit möglich, mittels der Logik unsere intuitive Wahrnehmung abzusichern. Die Intuition mag zwar ausgezeichnet beim instinktiven Bogenschießen funktionieren, sie hilft und jedoch nicht weiter, wenn es um die Berechnung der Statik einer Brücke geht. Die Evolution hat durch die Entwicklung beider Gehirnhälften unsere menschlichen Fähigkeiten erweitert, indem sie beide in Synergie zusammengeführt hat. Da das intuitive Denken schon vorhanden war, richtete sich das Lernen und Entwickeln menschlicher Fähigkeiten in den letzten Jahrzehnten darauf, den logischen Teil in uns selbst zu verbessern. So entstanden Individuen, deren Talente nicht gerade schöpferisch, aber stark sachorientiert ausgebildet wurden (z. B. für Büroarbeit). Durch die stetige Vernachlässigung der nach innen verbindenden rechten Gehirnhälfte entstand aber gleichzeitig ein großes gesellschaftliches Bedürfnis nach Ausgleich und Wohlgefühl. Um die Teamfähigkeiten der Gehirnhälften wieder voll ausschöpfen zu können, ist es wichtig, dass beide Gehirnhälften lernen, miteinander gleichzeitig Information zu verarbeiten, indem die Hemisphären-Synchronisation wieder trainiert wird. Das geschieht nicht nur durch unsere Mentaltrainings, sondern auch durch Tätigkeiten, wo man die linke und rechte Körperseite gleichzeitig benutzt (tanzen, balancieren, schwimmen, etc.) Dieses neue, wiedergewonnene Verständnis von gebündeltem Können erfordert ebenso neue Akzente in der Erziehung, die die Fehler der Vergangenheit durch einseitige Stimulation des Gehirns aufheben: unsere Computer übernehmen mehr und mehr die logische Verarbeitung von Daten in einer Geschwindigkeit, bei der ein menschliches Gehirn nicht mehr mitkommt. Die Entwicklung der Kreativität und des ganzheitlichen Denkens ist nun gefragt, um mehr Menschlichtkeit im Alltag zum Ausdruck bringen zu können.

Hemisphären oder Gehirnhälften (Quelle: http://www.grundmotorik.de/de/hjernen.htm)

Der Mensch hat zwei Gehirnhälften, die man Hemisphären nennt. Beide Hälften haben verschiedene Aufgaben. Solch eine Hemisphärenspezialisierung gibt es nur beim Menschen. Die linke Gehirnhälfte steht für Präzisionsarbeit und die rechte Hälfte hat den Überblick. Die rechte Gehirnhälfte steht für die räumliche Orientierung und Kreativität Die rechte Gehirnhälfte sorgt für das gesamte Bild, sie arbeitet nach dem Simultanprinzip. Wenn wir ein Pferd sehen, denken wir nicht: da sind vier Beine, eine Mähne, ein langer Schwanz, die Farbe ist braun, der Geruch ist scharf. All diese Informationen zu sammeln würde viel zu lange dauern. Praktischer Weise kann die rechte Gehirnhäfte diese Symbole schnell erkennen und herausfinden, dass es sich hier um ein Pferd dreht. Das Gleiche gilt, wenn wir Menschen sehen. Sehr schnell wissen wir, dass es Frau Paulsen ist und nicht Herr Petersen, wenn wir auf der Strasse begrüsst werden. Wir müssen nicht alle Details durchgehen, sondern sehen das ganze, einheitliche Bild. So funktioniert das holistische Prinzip. Die rechte Gehirnhälfte funktioniert visuell. Räumliche Relation und Körperbewusstsein sind hier angelegt. Auch Kreativität und Gefühle liegen in diesem Teil des Gehirns. Die linke Gehirnhälfte ist analytisch und hat mit Sprache und Sprechen zu tun. Die linke Gehirnhälfte arbeitet nach dem Sequenzprinzip. Alle Details werden analysiert, geordnet und haben eine bestimmte Reihenfolge. Sie funktioniert auditiv. Das Intellektuelle, Abstrakte wohnt hier. Reden, Sprache, Lesen werden von hier gesteuert. Schrift und Sprache wird nur verstanden, wenn man eine Einheit in kleine Einzelteile aufteilen kann, um sie wieder zu einem ganzen Bild zusammen zu setzen. Dinge werden in der Reihenfolge, in Sequenzen, aufgenommen, Teil für Teil. Das ist ein digitales Prinzip, hier gilt “ ja“/“nein“ (Dualismus). Der Mensch kann mit der Tätigkeit der linken Hemisphäre sich freuen oder böse sein, absagen oder zusagen. Die Welt bekommt mehr Nuancen, wenn beide Hemisphären zusammen arbeiten Um die Welt in Nuancen zu erleben, ist es notwendig, dass beide Hemisphären zusammen arbeiten. Es gibt nicht nur ja/nein, sondern entweder/oder. Beide Systeme bringen Informationen ans Gehirn, und bunte Vielfältigkeit entsteht. In unserer Welt, wo Sprache eine so grosse Bedeutung hat, wird die Förderung der linken Gehirnhälfte oft in der Vordergrund gestellt. Nur der Mensch kann analytisch und synthetisch auffassen. Aber es ist nicht so, dass wir zwischen der einen oder anderen Art wählen. Die beiden Hemisphären arbeiten immer zusammen und gleichzeitig. Zwischen den beiden Gehirnhälften befindet sich eine Brücke, Corpus Callosum genannt. Diese Brücke sorgt dafür, dass alles, was die eine Gehirnhälfte behandelt und bearbeitet, auch die andere erreicht. Die Koordination beider Hemisphären muß unentwegt angeregt werden, indem man jede Art von das Überkreuzen der Mittellinie stimuliert: Die linke Hemisphäre steuert die rechte Körperseite motorisch, die rechte Hemisphäre steuert die linke Hälfte des Körpers.

Im Blog unter der Rubrik „Gesundheit“ habe ich einen absolut sehenswerten Film über die Funktionsweise der beiden Gehirnhälften hinterlegt:

Jill Bolte Taylor ist Neuroanatomin, die das (wissenschaftlich gesehen) große Glück hatte, einen Schlaganfall zu er- und überleben. In diesem Vortrag (TED, Februar 2008) schildert sie eindrücklich, emotional und mitreissend, was sie dabei erlebt hat. Die innere Wahrnehmung ihrer beiden Gehirnhälften und deren unterschiedliche Funktionsweisen. Die emotionale Beteiligung von Taylor, wenn sie darüber spricht, wie sich die Atome an den Grenzen ihres Körpers mit der Umgebung vermischen, wie sie den ”Dialog” zwischen den Hirn-Hemisphären wahrnimmt ist absolut faszinierend: siehe

Mind-Factor Blog Gesundheit:  http://mind-factor.com/audio-embed/