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Das „eigentliche“ Lernen – Fortschritt durch innere Stabilität

Innere Stabilität bewirkt mehr Toleranz im Leben - mehr unter mind-factor.com Blog

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Fortschritt bedeutet Erweiterung

In diesem Blogbeitrag möchte ich nicht das heutige Schulsystem kritisieren, denn ich habe immer wieder festgestellt, dass jede Medaille zwei Seiten hat: Immer wieder hat mir meine eigene Unwissenheit zuerst gezeigt, welcher Weg „der falsche“ ist, um dann mit Gewissheit den für mich „richtigen“ einschlagen zu können. Und hier betone ich die Worte: „mit Gewissheit“ – denn es ist die innere Sicherheit, worauf es im Leben ankommt, um eine wahre Erweiterung zu erfahren.

Diese „innere Sicherheit“ entsteht, wenn das, was einem passiert, durch ein gutes Gefühl bestätigt wird. Es ist eine Rückkopplung der Aktion, die man gerade für sich entschieden hat, die sich gut anfühlt. Ein feedback. Ich tue etwas, es fühlt sich gut an, ich gleite auf diesem Gefühl dahin, es beflügelt mich zu weiteren Aktionen, die mir wiederum guttun (werden). Das ist Fortschritt.

 

Innere Stabilität

Damit dieses Lernmodell wirken kann, braucht der Mensch ein natürliches Verständnis für sich selbst. Eine innere Stabilität breitet sich aus, wenn der Mensch Zeit haben darf, seine Gefühle zu beobachten und sein „so-Sein“ zu hinterfragen. Es ist eine langsame Art, zu leben und das eigene Leben unter die Lupe zu nehmen – die Menschen und den Grund ihrer Aktionen zu hinterfragen und zu entscheiden, ob man in deren Leben eine Rolle spielen möchte.

Erst mit einer gewissen inneren Sicherheit, die entsteht, wenn man eigene Gedanken denkt und die eigenen Gefühle zulässt – erst dann kann man sich auf eine natürliche Erweiterung einlassen.

 

Erweiterung durch Resonanz

Hat der Mensch nun eine gewisse Zeit mit sich selbst verbracht und gelernt, nach eigenen Maßstäben zu handeln, macht sich ein unbeschreibliches Gefühl von innerer Schönheit und Stabilität breit, die man zunächst in aller Stille bei sich bemerkt. Lässt man es zu, dieses Gefühl von Wahrheit, Schönheit und Größe sich ausdehnen zu lassen, immer wieder und immer öfter, dann passt sich das eigene Energiefeld diesem Wunsch an: Es entsteht eine Resonanz zu Situationen und Menschen, wo durch neuen Input die eigene stabile Basis erweitert werden kann, weil das ICH sich selbst nicht mehr schützen bzw. bestätigen muss.
Heißt im Klartext: wenn ich mir meiner sicher bin, muss ich nicht mehr darum kämpfen, Recht zu haben oder Recht zu bekommen, denn das interessiert micht nicht mehr. Mein Augenmerk liegt jetzt stattdessen darin, etwas Neues kennen zu lernen und dasselbe auf mich wirken zu lassen. Wie eine neue Speise, die man noch nie gekostet hat. Vielleicht schmeckt sie ja wundervoll !!!

 

Tipps zur Übung dieses „neuen Lernens“

Hmm… – also als erstes gilt es, diese innere Stabilität wahrzunehmen. Für mich ist es ein Gefühl, ein Bild, das mich an die Kirche meiner Kindheit erinnert, wo flirrende Sonnenstrahlen den Raum durchfluten… göttliche Präsenz… – jetzt in meinem Inneren. Ich mach das übrigens jeden Abend vor dem Einschlafen. Aber es ist wichtig, dieses Gefühl in sich selbst „entstehen“ zu lassen, es nicht zu visualisieren, sondern darauf zu warten, bis es da ist. Am Anfang ist es vielleicht ein ganz kleines Gefühl, ein kleiner Lichtpunkt in einem drinnen. Und wenn man diesen Lichtpunkt ganz sanft beobachtet, bei ihm bleibt, sich verzaubern lässt von der eigenen kleinen Schönheit, dann wird er größer, wie eine Blume, die wächst unter der warmen Sonne am Himmel.

Nun hast Du diese innere Sicherheit, wie Du bist. Du fühlst, was zu Dir passt. Jetzt geht es darum, einfach nur „Nein“ zu sagen zu dem, was nicht zu diesem Gefühl passt, im Leben. Sag einfach „Nein danke“ und dreh Dich um und mach was anderes. Akzeptiere erst einmal nur das, was mit Dir in Einklang geht. Es ist wie „wegschmeißen“ und nicht gleich was Neues kaufen.

Dadurch wird Dein Leben noch einen Tick ruhiger und stiller. Was auch ein bisschen langweilig ist, aber jetzt hast Du Zeit, Deinen inneren Raum noch besser zu fühlen und in Deinen Alltag einfließen zu lassen.

Und nun wirst Du merken, dass auf einmal Menschen da sind, die andere Ideen haben, als Du selbst. Jetzt kommt der Clou – höre ihnen zu, lasse es auf Dich wirken, schmecke gefühlt das Neue… – und modifiziere es für Dein noch besseres Leben. Das Anpassen einer neuen Idee ist das Allerwichtigste überhaupt – und es ist wichtig, das zu tun, denn sonst wärst Du 1 : 1 identisch mit Deinem Gegenüber.
Das ist aber im besten Fall am Weitesten gedanklich oder/und ideel von Dir entfernt.

 

Toleranz

Das ist das Geschenk der Toleranz. Lerne innere Stabilität, und dann lade das Neue in Dein Leben ein. Lasse den Anderen, wie er ist und koste von seinen Schätzen, die ihn zu dem machen, was er/sie ist. Koste es und erweitere dabei Deinen Horizont, um noch freier, noch glücklicher und noch lebendiger zu sein. Das ist für mich das „wahre Lernen“.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die ihre Kinder so erzieht, damit das Kind Zeit hat, zu wachsen und mit offenen Augen die Welt zu hinterfragen, die um es herum existiert. Ich wünsche mir Eltern, die ihr Kind als gleichwertig und gleich „fertig“ betrachten – ein kleiner Mensch, der die gleichen Rechte hat, wie ein Erwachsener. Ein kleiner Mensch, dem man Zeit gibt, eigene Selbstverpflichtungen zu wählen, weil es den Sinn darin erkannt hat, so zu sein und genau „das so zu tun“. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die liebevoll auf sich selbst schaut und die eigene Freiheit in den Vordergrund stellt. Für mich – statt „gegen Dich“.


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